Dubai – Das Superlativ der arabischen Emirate

Der höchste Wolkenkratzer der Welt, reiche Oligarchen mit Leoparden als Haustier und eine Mall samt Skipiste und Pinguinen. Die rekordverdächtigen Highlights des ehemaligen Wüstendorfes, das durch Ölvorkommen innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Knotenpunkte der modernen Welt wurde, sind unendlich. Wie Du es als Student schaffst, eine Woche Dubai für pauschal 500€ zu buchen und wie wir durch „Nicht-Einchecken“ ein Upgrade für die Business-Class bekamen.

Mit der Jogginghose in die Businessclass

Dubai scheint bei all dem Glamour nicht gerade die ideale Destination für ein Studentenpaar mit begrenztem Budget zu sein, oder? Denkste! Ganz spontan fanden wir im Frühjahr 2014 ein Angebot für eine Woche Dubai inklusive Flügen und Frühstück im neu eröffneten ‚DoubleTree by Hilton‘ für rund 500€ pro Person – ein Schnäppchen! Und das Beste kam erst noch! Am Flughafen angekommen erzählte man uns, der Flug sei überbucht und unsere Mitreise nicht sicher. Innerhalb weniger Minuten gingen uns alle möglichen Szenarien durch den Kopf: Wer fliegt vor, wenn nur einer darf? Müssen wir einen Umweg fliegen? Kriegen wir was erstattet? Bis uns die Dame am Schalter unterbrach und mit einem Lächeln zwei Tickets entgegenstreckte:

Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten. Wenn es für Sie in Ordnung ist, würden wir Sie gerne in die Business Class einladen?!“

Ein ausführlicher Bericht zur Business-Class folgt natürlich noch, nur soviel sei gesagt: Statt in der „Holzklasse“ zu sitzen, haben wir die sechs Stunden Flug im Massage-Sessel bei Bier und Champagner genossen. Unvergesslich!

Dubai Andrea Rafael Burj Al Arab Strand
Dubai Kamel Strand

Must See & Do in Dubai

Burj Khalifa, Burj al Arab & Dubai Fountain

Das wohl impulsanteste Gebäude und Erste, woran man bei Dubai denkt, ist der Burj Khalifa.
Ein Besuch auf dem Observation Deck des höchsten Gebäudes der Welt (828m) lohnt sich definitiv. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, kannst Du die Tickets hierfür am besten vorab online, entweder direkt über die offizielle ‚At the top‘-Seite oder meist günstiger noch über get-your-guide buchen. Wir haben damals 25€ bezahlt, mittlerweile sind es aber 35€ für die einfachsten Tickets. Mit diesen ist man berechtigt, 1,5 Stunden auf der Aussichtsplattform zu verweilen, besonders schön ist es in der Abenddämmerung zur Sonnenuntergangszeit. Auf die 124. und 125. Etage des Burj Khalifa (425m Höhe) gelangt man über die Dubai Mall – die Shoppingmöglichkeiten in Dubai sind genau wie alles, was Dubai plant und umsetzt, gigantisch und kaum zu vergleichen mit Deutschland. Wieder unten angekommen, kann man jeden Abend im Jahr die Dubai Fountain, natürlich ebenfalls die größte Wasserfontäne der Welt, bestaunen. Auf einer Länge von 275 Metern werden 1.000 Wasserfontänen mit mehr als 6.600 Lichtquellen in eine Höhe von 150 Meter geschossen. Dazu gibt es klassische, orientalische und moderne Musik.

Der Burj al Arab ist ebenfalls ein Wahrzeichen der emiratischen Stadt Dubai. Es ist eines der teuersten und luxuriösesten Hotels der Welt – deshalb haben wir es auch nur von außen gesehen. Die Erscheinung des segelförmigen Gebäudes und seine ausgesetzte Lage auf dem Wasser macht es unverwechselbar und unübersehbar. Natürlich ließen auch wir es uns nicht entgehen, ein typisches Foto von uns am nächstgelegenen Strand vor dem Burj al Arab zu schießen. Aber weißt Du eigentlich, warum das Hotel auf einer vorgelagerten Insel gebaut wurde? Wahrscheinlich denkst Du jetzt, weil nichts in Dubai normal gebaut wird. Der tatsächliche Grund ist aber, dass es einen zu großen Schatten auf den Strand geworfen hätte und man deshalb die Pläne eines Baus direkt an der Küste verworfen hat. Klingt logisch!

Jeeptour durch die Wüste

Wenn wir Tagesausflüge unternehmen wollen, erkundigen wir uns meist als erstes online, vergleichen Anbieter und Preise und starten dann doch auf eigene Faust. Da das Personal in unserem neu eröffneten Hotel aber so freundlich war und sie selbst Touren mit Partner-Anbietern anboten, entschieden wir uns dazu, uns einfach mal darauf einzulassen, eine pauschale Tour in die Wüste zu buchen. So wurden wir am nächsten Tag um ca. 15:30 Uhr an unserem Hotel von einem kleinen Shuttle eingesammelt, der uns und weitere Hotelgäste 1 Stunde in die nächste Wüste Lahbab brachte. 
Dort erwarteten uns einige Jeeps mit einheimischen Fahrern, so dass die rasante Fahrt durch die Wüste Dubais losgehen konnte. Nach ca. 45 min wildem „Dune-Bashing“ mit einem kurzen Stop zur Verschnaufpause, erreichten wir ein (nicht ganz so authentisches) Wüstencamp, an dem von Kamelreiten über Quad fahren, Shisha rauchen, Henna Tattoos, BBQ bis hin zu Bauchtanzeinlagen alles an touristischem Angebot dabei war. Wir entschieden uns für einen kurzen Kamelritt und genossen anschließend etwas abseits der Menge den Sonnenuntergang in der Wüste. Da wir uns mit August die wohl heißeste Reisezeit überhaupt ausgesucht hatten – täglich 42 Grad – war die Temperatur in der Wüste am Abend mit einem leichten warmen Wind das angenehmste auf der ganzen Reise. Trotz der Touri-Bespaßung mit Programmpunkten, auf die wir hätten verzichten können, hat sich der Ausflug dennoch total gelohnt, weil wir ohne gebuchte Tour allein mit einem Mietwagen nicht so einfach die Wüste zu sehen bekommen hätten. Aber was wäre eine Reise nach Dubai, die errichtete Stadt mitten in der Wüste, ohne einen Ausflug dorthin?

Wenn Du Interesse an einer Jeep-Tour durch die Wüste hast, gibt es so viele Anbieter wie Sand in der Wüste…äh…am Meer! (Ok, faktisch hat Dubai definitiv mehr Sand in der Wüste als ursprünglich am Meer – aber mehr zu den künstlichen Sandaufschüttungen ‚The Palm, The World & Co.‘ findest Du im Internet)

Dubai Wüste Offroad Jeep
Dubai Wüste Rafael Andrea
Dubai Wüste Sonnenuntergang Dorf
Dubai Wüste Kamel Rafael Andrea


 
Old Dubai: Deira – Gold & Gewürz-Souks und eine Dau-Fahrt über den Creek 

 Wer sich für das alte Dubai vor dem Bauboom interessiert, sollte sich einen Besuch des ehemaligen Fischerdorfes Deira an der Flussmündung des Dubai-Creeks, nicht entgehen lassen. Hier liegt der Ursprung des arabischen Dubais, der heute als ältester Stadtteil sehr viel zu bieten hat.
Nicht zu übersehen sind die berühmten Gold-Souks, bei denen, anders als das Sprichwort besagt, wirklich alles Gold ist, was glänzt! Auch, wenn Du nicht beabsichtigst, Schmuck aus Gold zu kaufen, lohnt sich ein Spaziergang über die Goldmärkte. Unserer Meinung nach noch spannender sind aber die Gewürz-, Textil- und Parfüm-Souks, wo wir direkt zugeschlagen haben.  Und keine Sorge, die Straßenhändler versorgen auch direkt eure (nicht vorhandenen) Großfamilien mit – aus gewünschten 100g Currypulver wurde mindestens 1kg und aus einem Parfüm wurden zusätzlich zwei Sonnenbrillen und eine Handtasche – vielleicht hätte Rafael das traditionelle Gewand unten auf dem Foto auch noch kaufen sollen?! Zumindest wär er damit wahrscheinlich nicht mehr als Tourist angesehen worden.

Ein kostengünstiges Highlight erwartete uns zur Sonnenuntergangszeit am Dubai Creek: eine Flussüberquerung mit einer traditionellen Dau für 1 Dirham (AED), umgerechnet ca. 0,26€. Die Nutzung eines Wassertaxis ist für die Einheimischen aus Dubai ganz alltäglich, für Touristen aber eine echte Besonderheit. Nicht umsonst gibt es unzählige Anbieter, bei denen man Abendfahrten mit Dinner oder andere Touren buchen kann –  wir entschieden uns aber, getreu unserem Motto, für den „local way“ des Erlebnisses.

Dubai Boot Einheimische Dau Altstadt
Dubai Sheik Turban Einheimische
Dubai Gewürze Souk Markt


Atlantis, The Palm & Aquaventure Park

Einen unserer Urlaubstage verbrachten wir damit, Andreas Geburtstagsgutschein einzulösen: Es ging für uns in den Aquaventure Park auf ‚The Palm‘. Und direkt vorweg: ein ganzer Tag ist nicht genug, um alle Attraktionen in dem wohl größten Wasserpark der Welt zu entdecken. Andrea reichte es schon, stundenlang auf einem aufblasbaren Reifen bei 45 Grad durch die Wasserlandschaften zu gleiten, während Rafael natürlich wie ein euphorisches Kind jede der 30 Rutschen ausprobieren wollte, wofür die Öffnungszeiten aber nicht ausreichten. Online wird wohl auch deshalb der 2-Tages-Pass am häufigsten verkauft. Da viele Dubai-Reisende es sich wahrscheinlich nicht nehmen lassen wollen, einmal mit dem Auto oder der ‚Palm Jumeirah Monorail‘ bis zum Atlantis Hotel ans Ende der palmenförmigen Insel zu fahren, kann man dies ideal mit dem daneben gelegenen Wasserpark verbinden. Und wer denkt, dass in dem Eintritt ’nur‘ der Wasserpark inklusive ist, der hat sich getäuscht. Man hat zusätzlich Zugang zu dem 500m langen Privatstrand mit Blick auf Dubai-City, an dem man in Ruhe abschalten kann, da sich die Mehrheit der Besucher lieber an den Attraktionen des Wasserparks aufhält oder gegen Aufpreis mit Delphinen schwimmt. Ein absolutes Muss für alle Adrenalinjunkies: Die ‚Poseidon’s Revenge‘. Hier schießt Du mit 60 km/h im „freien Fall“ (sofern man das bei Rutschen sagen kann) durch einen Turm. 
Fazit: Teuer Spaß (mittlerweile 80€ p.P.; 2014 noch 50€), für den man ausreichend Zeit mitbringen sollte.

Dubai Kamel Strand Einheimische
Dubai Rafael Andrea Atlantis
Dubai Real Madrid Café
Dubai Atlantis Strand Rafael Andrea


Dubai Marina & Real Madrid Café 

Dubai Marina ist nicht nur Dubais Yachthafen, sondern auch ein Stadtteil, in dem ca. 200 Wolkenkratzer – teils fertig gebaut, teils stillgelegt – stehen. Uns zog es unter anderem dorthin, weil Andrea vor unserer Reise durch mehr oder weniger Zufall ein offizielles Real Madrid Café online entdeckt hatte und Rafael als leidenschaftlicher Fan der Königlichen dort natürlich nicht wegzudenken war. Die kleine Hafen- und Strandpromenade mit zahlreichen Geschäften und Restaurants lädt zum Spazieren und Verweilen ein, der eigene Strandabschnitt ist besonders für Familien und Kinder geeignet. An manchen Tagen kann man hier sogar Kamele am Strand finden.
Neuste Konkurrenz macht dem Hafenviertel das sogenannte ‚La Mer Dubai‘ – der mittlerweile beliebteste Strandbezirk mit jeder Menge Outdoor-Aktivitäten erinnert an eine Mischung aus Miami Beach und L.A. Das inspirierende Ausflugsziel ist sowohl kulinarisch als auch für Shopping- und Kunstliebhaber ein echtes Highlight. In live haben wir das nachhaltig errichtete Viertel aus an Land geschwemmten Strandgütern wie Holz, rostiges Metall oder Fässer allerdings auch noch nicht gesehen, deswegen können wir hierzu keine Empfehlungen geben oder Eindrücke teilen. 
Aber Du merkst, in Dubai steht die Zeit nicht still und jedes Jahr verändert sich so viel, dass es eigentlich nicht ausreicht, nur einmal dort gewesen zu sein. 
Hast Du z.B. schon von Bluewater Island gehört? Noch ein neues Bauprojekt der Superlative in Dubai… 


Shopping & Strände 

Ein Trip nach Dubai würde sich alleine schon zum Shoppen lohnen. Die Angebote von niedrigpreisigen Geschäften für Jedermann bis hin zu hochpreisigen Luxusboutiquen sind unzählig. Die besten Spots zum Shoppen sind die riesigen Malls, in denen Entertainment groß geschrieben wird. In der Dubai Mall gibt es außer zahlreichen Shops ein Aquarium, einen Wasserfall, eine Eislaufbahn und vieles mehr. Die Mall of the Emirates erkennt man bereits von außen an der Skihalle, die es darin gibt. Außerdem findet man hier Kinos, ein Theater und einen XXL Spielplatz. Wenn man gerne Markenklamotten zu Schnäppchenpreisen erwerben möchte, ist die Dubai Outlet Mall garantiert richtig. Sie liegt etwas außerhalb der Innenstadt, ist aber mit einem kostenfreien Shuttle Bus gut zu erreichen. 
Wenn der Urlaub nicht all zu teuer werden soll, kann man in den Shopping Malls auch gut und günstig in einem der Foodcourts essen. Es isst sich dort zwar nicht so gemütlich wie in einem Restaurant, ist aber an der internationalen Auswahl der Speisen nicht zu toppen. Wir haben die Möglichkeit meist mittags für einen Snack genutzt und waren positiv überrascht über die Preise (Beispiel: Wrap mit Beilage + Getränk 4,50€-7,00€) 

Was die Strände Dubais angeht, müssen wir ehrlich sagen, sie sehen zwar paradiesisch aus, waren zu unserer Reisezeit im August aber leider ungenießbar. Den Sand konnte man ohne Flip Flops wegen der Hitze gar nicht erst betreten und das Wasser war wärmer als jede Badewanne, also leider auch keine Abkühlung wie erhofft. Wir besuchten zunächst den Jumeirah Public Beach, zu dem es einen kostenlosen Shuttle von unserem Hotel aus gab. Dort angekommen merkten wir allerdings schnell, dass es keine einzige Palme als Schattenspender gab und auch keine Dusche, die einen vom Salzwasser befreite. So entschieden wir zum gleichnamigen Jumeirah Beach ein paar Kilometer weiter (direkt am Jumeirah Park) zu fahren, an den Strand konnte Andrea sich noch von ihrer Dubai Reise 2012 erinnern. Hier gibt es zahlreiche Palmen, meist weht ein leichter warmer Wind und es gibt Duschen. Es war zwar deutlich erträglicher, dennoch beendeten wir unseren Strandausflug nach zwei Stunden und kühlten uns anschließend im hauseigenen Pool ab.

Fazit:

Wer Geld sparen will und Hitze gut aushalten kann, der kann in den Sommermonaten eine vielseitige Reise mit vielen Extremen zwischen Wüste & Meer, Moderne & Tradition, Shopping & Erholung, Luxus & Local Life in Dubai erleben. Wer allerdings eine reine Strandreise plant, dem würden wir eher – dank der ganzjährig warmen Temperaturen – eine Reise in unseren Wintermonaten empfehlen.

Auf der offiziellen Internetseite von Dubai findest Du alle weiteren alle Informationen, die Du für deine Dubai-Reise brauchst.

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