Malta – Die unbekannte Perle im Mittelmeer

Malta ist vielen Europäern ein unbekannter Traum – gerade in der Offseason!
Der Euro als offizielle Währung – Englisch als Amtssprache – weniger als drei Flugstunden – sommerliches Wetter bis in den November. Warum Malta unser Geheimtipp für eine Reise in Europa ist und wie Du für unter 5€ die gesamte Insel erkunden kannst, erfährst Du hier.

„Was lohnt sich für eine Woche?“
„Hast du einen günstigen Geheimtipp?“
„Nicht schon wieder Malle…“
Die Fragen im Freundeskreis oder von der Familie sind oft die gleichen…

Seit wir im November 2016 zufällig ein Angebot für eine Woche auf dem kleinen Inselstaat fanden, ist unsere Empfehlung bei solchen Gesprächen immer gleich: „Kennst du Malta? Da musst du hin!“
Das kleine, unabhängige Land im Mittelmeer verbindet alles, was man von einem entspannten Urlaub erwartet. Dank 164 Jahren britischer Kolonialzeit kannst du dich auf Englisch – neben maltesisch die zweite, offizielle Amtssprache – verständigen. Dank Euro ist kein Geldwechsel nötig. Du bist von Deutschland aus in weniger als 3 Flugstunden und oft sogar unter 100€ vor Ort. Und Dank mediterranem Klima lohnt sich ein Besuch bis in den späten Oktober! Noch nicht genug? Dann denk an die Weisen Worte des Dalai Lama: „Besuche einmal im Jahr einen Ort, den du noch nicht kennst.“ Oder warst du etwa schon dort?

Must See & Do in Malta

Eine Woche vergeht zwar wie im Flug, doch Malta ist hierfür ideal. Nicht nur aufgrund der wirklich sehr überschaubaren Größe des Inselstaates lohnt sich ein Kurzurlaub, auch die Vielseitigkeit der drei Inseln kann auf ganzer Linie überzeugen. Ob gemütliches Bummeln durch die Altstadt Valetta, Kulturprogramm in den unzähligen Museen, Strand und Badeurlaub auf Gozo und Comino oder doch ein Partywochenende in San Ġiljan – auf Malta lässt sich in kürzester Zeit viel erleben. Wir haben unsere Highlights für euch gesammelt!
Hinweis: Wir waren im November und somit in der Offseasen vor Ort.

Hafen Bucht Boote Sliema
Sliema Hafen auf Malta


Sliema, vor den Toren der Hauptstadt

Klar, jeder Reiseführer empfiehlt die überteuerte Hauptstadt Valetta oder das nie schlafende Partyviertel San Ġiljan als Unterkunftsort. Unser Erfolgsrezept: Die goldene Mitte. Zwischen den beiden Hotspots des Landes liegt das unscheinbare Sliema, wo man sich nicht weniger wohl fühlt. Die Lokale haben faire Preise, in der Hafenbucht liegen kleine Bötchen statt riesige Kreuzfahrtdampfer und die Verkehhrsanbindung zum Rest der Insel ist mindestens so gut wie aus dem Zentrum.  Außerdem hat man am Wochenende nicht das Gefühl, die Partys der Klubs bis ins Hotelzimmer mitverfolgen zu können. Außerdem konnten wir unseren Mietroller direkt vor dem Hotel parken, waren in wenigen Minuten in Valetta, zum Abendessen in San Ġiljan oder auf den Schnellstraßen auf dem Weg quer über die Insel. Für uns der ideale Ort, um die ganze Insel zu erleben.

Mit dem Roller durch „das ganze Land“

Klingt verrückt, ist aber ganz leicht! Denn der unabhängige Inselstaat, zu dem neben der Hauptinsel Malta noch die Nebeninseln Gozo und Comino gehören, ist mit insgesamt 316m² perfekt für eine entspannte „Rundreise“ – ob auf dem Roller, Quad oder dem Mietwagen. Auch für einen Ausflug auf die Nebeninseln eignet sich ein fahrbarer Untersatz, der für wenig Geld mit auf die Fähre kommt. Für nur 5€ am Tag schnappten wir uns also einen kleinen Scooter – Anbieter gibt es nahezu bei jedem Hotel – und entdeckten auf eigene Faust so einige verstecke Ecken. Aber Achtung! Auf Malta herrscht, wie in den meisten ehemaligen britischen Kolonien, Linksverkehr!

Bucht Meer Malta Klippe
Marsaxlokk Malta Bucht Hafen Boote
Marsaxlokk Malta Hafen Boote Fischer
Popeye Village Malta Bunt Häuser


St. Peter’s Pool: Türkises Wasser und kahle Steinklippen

In Zeiten von Google Maps sind ja selbst „Geheimtipps“ leicht erreichbar und so machten wir uns kurzerhand per Roller auf den Weg zu einer abgelegenen Bucht, die bei Einheimischen und Insidern sehr beliebt und touristisch nicht so überlaufen ist. Anders als bei den Stränden im Zentrum gab es hier zwar erst kurz vor der Ankunft erste Hinweisschilder in Richtung ‚St. Peter’s Pool‘, doch die kleinen Grüppchen Einheimischer Jugendlicher machte uns Mut, auf dem richtigen Weg zu sein. Wir sind mit unserem Zweisitzer zwar über Schotterwege bis kurz vor die Bucht gekommen, empfehlen aber ganz klar das parken auf dem dafür vorgesehenen Parkplatz – mit einem Auto geht es ab hier ohnehin nicht weiter. Die Bucht war tatsächlich eher einsam. Hier und da lagen vereinzelt Personen auf dem kahlen Stein in der Sonne, einige Jugendliche sprangen von den Klippen ins türkis-blaue Wasser. Das tolle Wetter und glasklare Wassser lud zwar zum Schwimmen ein, im Hinblick auf die Rückfahrt auf dem Roller überließen wir das Badevergnügen aber den Einheimischen. 

Local Food und Bootstouren im Fischerdorf Marsaxlokk

Schon auf dem Hinweg zur Bucht fuhren wir durch das Fischerdorf Marsaxlokk, zu dem man auch mit den Buslinien aus Maltas Städten gut gelangen kann. (Von den touristischen Hauptzielen Valetta oder San Ġiljan im Nordosten der Insel fahren regelmäßig Busse zu den wichtigsten Orten der Insel, die ihr für nur 21€ mit der ‚Tallinja Card‘ 7 Tage lang unbegrenzt nutzen könnt.) Das schmucke 400-Seelen-Dorf war um einiges besser besucht als noch die abgelegene Bucht und ein schöner Zwischenstopp zur Mittagspause. Mit Blick auf den kleinen Hafen voller bunter Fischerboote schlenderten wir über einen kleinen Markt, der von Souvenirs über selbstgetöpferte Vasen bis hin zu frisch gefangenem Fisch alles zu bieten hatte. Geheimtipp: Einige der lokalen Fischer bieten von hier auch ein ‚Wassertaxi‘ zur Bucht ‚St. Peter’s Pool‘ an. Mit Blick auf hunderte kleiner Boote setzen wir uns am Straßenrand in ein kleines Lokal und genossen in der Mittagssonne maltesischen Fisch, während wir das bunte Treiben auf der Hafenpromenade beobachteten. Ein absolutes Muss!

Gassen Altstadt Malta Valetta Rafael
Malta Insel Felder Aussicht
Rafael Andrea Malta Burg


Mdina und Rabat: Zurück ins Mittelalter

Frischer Fisch, einsame Strände und ganz viel Sonnenschein sind dir noch nicht genug Abwechslung? Dann solltest du dir Mdina und dessen Nachbarort Rabat nicht entgehen lassen! Die historische Hauptstadt Maltas liegt mitten auf der Insel auf einem Plateau und versetzt dich mit ihren alten Gemäuern, Kirchen und Palästen zurück in das Mittelalter. Kein Wunder, hat doch selbst die Erfolgsserie ‚Game of Thrones‘ viele ihrer Szenen auf der kleinen Insel gedreht. Mdina erinnert ein wenig an Venedig ohne Wasser: Enge, verwinkelte Gassen, die von den Anwohnern mit viel Liebe gepflegt und dessen Hauseingänge nicht selten mit einer Blumenpracht bestückt werden. Du kannst den alten Stadtkern auf Kutschen erkunden oder dich mit einem Stadtführer auf die Spuren der Geschichte machen, die bis in Zeit der Römer reicht.

Comino meer Bucht türkis Insel
Malta Grotte Bucht Türkis Meer Gozo Boot
Comino Bucht Meer türkis Malta Insel


Karibikfeeling und Schnorcheln auf Comino

Zu den maltesischen Insel gehören, neben der Hauptinsel Malta, noch die Inseln Gozo und Comino. Während Gozo mit 30.000 Einwohnern noch bewohnt ist, findet man auf Comino neben einigen wenigen, einfachen Hütten und einem Kiosk vor allem eines: Touristen. Die türkisblaue Lagune sieht aus wie eine karibische Insel, ist ein beliebter Schnorchelspot und wird täglich von mehreren Booten angefahren, um die Sonnenanbeter und Wasserratten zu diesem kleinen Paradies zu bringen. Nachteil: Die kleine Bucht ist ordentlich überlaufen und nicht selten legt ein Partyboot mit „einladenden“ Partyvibes nahe am Ufer an. Trotzdem: Einen Nachmittag in dieser wunderschönen Bucht solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen!

Gozo verliert sein größtes Wahrzeichen

Wir hatten Glück: 2015 kamen Touristen noch in den Genuss des ‚Azure Window‘, ein spektakuläres Naturschauspiel an den westlichen Klippen der Insel Gozo. Die mehrere Millionen Jahre alte Felswand lockte mit ihrem 100m langen und 20m hohen Tor jährlich Tausende Besucher an, ehe die Klippen im Jahr 2017 der Kraft der Natur unterlagen und in sich zusammenbrachen. Zum Glück hat Gozo noch sehr viel mehr zu bieten: Atemberaubende Tauchspots, tolle Wanderwege und wunderschöne Sonnenuntergänge an den Stränden und Steilklippen machen die kleine Insel zu einem attraktiven Ausflugsziel bei einer Reise nach Malta. Und für alle Filmfans: Im Nordwesten Maltas, kurz vor der Fähre nach Gozo, könnte ihr im ‚Popeye Village‘ die Originalkulisse der gleichnamigen Filmfigur besichtigen und euch von der täglich vorgeführten Show in die 1970er Jahre zurückversetzen lassen.

Azure Window Klippe Malta Meer

Fazit

Zwischen all den Fernreisen oder aufregenden Erlebnissen hat sich Malta durch seine Einfachheit in unser Gedächtnis gebrannt. Keine Fernreise, kein kompliziertes Organisieren und trotzdem für „Anfänger“ eine aufregende Destination fern vom alltäglichen Europa.

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